Neonationalsozialistischer Missbrauch von Kindern

Kampftraining für Pimpfe bei „DER DRITTE WEG“

Potsdam – Es ist an sich nichts Neues, dass die rechtsextremistische Splitterorganisation „DER DRITTE WEG" mit ihren Mitgliedern ideologisch verbrämte Sportübungen betreibt. So veranstaltete beispielsweise der Stützpunkt Potsdam/Mittelmark im Sommer 2017 ein „Überlebenstraining" gegen die „Ehe für alle". Auf dem Programm standen unter anderem Nahkampf und Sackhüpfen, „um sich auf die Gemeinschaft, Familie und die Natur zu besinnen". Und weiter: „Somit wird sichergestellt, dass der Nebenmann im politischen Kampf Selbstverteidigungserfahrungen erlangt ... Ein jeder muss sich und seinen Nebenmann schützen können und sichergehen können, dass ihn sein Nebenmann an der Seite auch schützen kann." Sport dient hier ganz offenbar als Vorbereitungshandlung für körperliche Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner.

„DER DRITTE WEG" geht dabei noch einen Schritt weiter und will sogar die Welt der Kinder neonationalsozialistisch durchdringen. In einem Beitrag auf der Homepage des Bundesverbandes wird davon berichtet, wie in einem „Bürger- und Parteibüro" zum wiederholten Male Kinder in den Kategorien „Ausdauer, Abwehrtechniken und Disziplin" geschult worden sein sollen. Hierbei wird die am Nationalsozialismus ausgerichtete Grundhaltung der Partei offengelegt. Verantwortlich ist die innerparteiliche „AG Körper & Geist". In Anlehnung an die Leitlinien der nationalsozialistischen Erziehung, wonach ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper existieren könne, versucht „DER DRITTE WEG" seinen Nachwuchs frühzeitig zu indoktrinieren.

Die Kinder tragen Sportsachen mit dem Parteisymbol von „DER DRITTE WEG" (römische „III" in einem Eichenlaubkranz). Hinzu kommt die Abbildung eines zähnebleckenden Wolfs. Hier wird der Kampfsport von Kindern ganz offensichtlich und gewollt in den Kontext der „Werwolf"-Organisation gestellt. Diese wurde im September 1944 als Guerilla-Kampftruppe von SS-Führer Heinrich Himmler gegründet. Aufgaben waren Sabotageakte sowie Anschläge auf alliierte Soldaten und Kollaborateure. Die meisten „Werwölfe" entstammten der Hitler-Jugend. Es wird kein Zufall sein, dass der „DER DRITTE WEG" ausgerechnet diese Organisation als Vorbild für seinen Nachwuchs ausgewählt hat. Er unterstreicht damit erneut seine eindeutig neonationalsozialistische Zielsetzung und schreckt nicht davor zurück, Kinder politisch zu missbrauchen und frühzeitig zu indoktrinieren.


eingestellt am 06.06.2018