(T-)raumorientierte Volkswirtschaft

Nationalistisch bibbern und hungern im NPD-Ethnotop

Dörfliche Idylle basierend auf völkisch-homogenen Strukturen strebt die rechtsextremistische NPD als Lebensform an. Den Schlüssel zur Verwirklichung dieser Illusion nennt sie vollmundig „raumorientierte Volkswirtschaft". Dahinter liegt der Irrglaube, aus dem Weltwirtschaftssystem aussteigen zu können. Ziel ist das Bilden von „Ethnotopen". In dieser Abgeschiedenheit verheißt man den Menschen ‚soziale und kulturelle Vollendung'. Das bedeutet, sie hätten in Erwartung des Glücks von nun an im eigenen Saft zu schmoren.

Für das Jahr 2007 liegen zu Brandenburg folgende Daten vor: Waren im Wert von 11,9 Milliarden Euro wurden exportiert. Um die zu bauen, wurden jährlich Rohstoffe im Wert von 4,7 Milliarden sowie Halbwaren im Wert von 0,8 Milliarden Euro eingeführt. Übrigens: 2007 war Polen für Brandenburg der wichtigste Außenhandelspartner beim Export. Offenbar wollen NPD-Phantasten an dieser sensiblen Stelle die Axt zum Zwecke einer „raumorientierten Volkswirtschaft" ansetzen. Das zöge jedoch den totalen Zusammenbruch der brandenburgischen Wirtschaft nach sich. Heerscharen Arbeitsloser wären die weitere Konsequenz, gefolgt von rasender Staatsverschuldung, Inflation und Entwertung der Währung.

Die Menschen - wenn sie noch nicht nach Polen oder woandershin geflüchtet sind - müssten in diesem Chaos nun tatsächlich auf Selbstversorgung umstellen. Denn Öl, Gas, weitere Rohstoffe, zahlreiche Früchte- und Gemüsesorten wären nicht mehr verfügbar. Und nicht nur bei Eko-Stahl gingen die Öfen aus.

Zurzeit produzieren Brandenburgs fleißige Bauern rund 3 Kilogramm Getreide pro Person und Tag. Wer Kartoffeln mag, kann sich auf 320 Gramm pro Kopf und Tag vorbereiten. In der Woche stehen auch für jeden 567 Gramm Geflügel zur Verfügung. Hinzu kommt dann noch fast ein Ei am Tag, falls es nicht für Teigwaren verbraucht wird. Auch das Schwein wäre knapp. Für jeden Brandenburger steht im Jahr weniger als ein Zehntel einer Mastsau zur Verfügung. Rindfleisch wäre praktisch nicht mehr verfügbar, da nahezu jedes Rind für die Milchproduktion benötigt würde. Jedoch: Auch diese Zahlen wären bei einer „raumorientierten Volkswirtschaft" so nicht mehr aufrechtzuerhalten. Denn unsere Bauern benötigen Produkte und Technik aus dem Ausland. Im Ergebnis hieße „raumorientierte Volkswirtschaft" also raumorientierter Mangel sowie Ernährungseinseitigkeit.

Öl und Gas wären ebenso arg knapp, was zu einem raumorientierten Frieren führen würde. Auch fehlte es an Baumwolle für ausreichende Kleidungsversorgung, denn die wächst in Brandenburg nicht so gut. Mit den rund 140.000 Schafen wird das Bekleidungsproblem nicht zu lösen sein.

„Raumorientierte Volkswirtschaft" bedeutete also in letzter Konsequenz nationalistisches Hungern und Bibbern im NPD-Ethnotop