Spionage

Anwerbungsversuche chinesischer Nachrichtendienste über soziale Medien

Potsdam – Soziale Netzwerke wie Facebook, LinkedIn und Xing bieten viele Möglichkeiten, sich mit bekannten Personen zu vernetzen und neue kennenzulernen. Mit nur wenigen "Klicks" lassen sich ebenso Informationen zu Biografien, wirtschaftlichen Verhältnissen, politischen Interessen und zum sozialen Umfeld abrufen. Insbesondere chinesische Nachrichtendienste nutzen hierfür Fake-Profile. Angebliche Mitarbeiter von Headhunting-Agenturen, Consulting-Firmen, Thinktanks oder Wissenschaftler versuchen so, mit Zielpersonen in Kontakt zu treten. Zunächst wird vorgegeben, man habe hohes Interesse an deren Arbeitsgebiet. Sobald die kontaktierte Person darauf eingeht, verläuft ihre weitere Anwerbung typischerweise wie folgt:

Der chinesische Agent hinter dem Fake-Profil bittet um die Übersendung eines Lebenslaufs, von Kontaktdaten sowie Probearbeiten. Nicht selten wird dafür sogar ein vierstelliger Betrag gezahlt. Anschließend wird die Zielperson zu einem Treffen mit dem angeblich wichtigen Kunden nach China eingeladen. Die Kosten werden übernommen. Im weiteren Verlauf wird die Zielperson dann dazu aufgefordert, gegen Bezahlung Berichte zu verfassen und dabei sensible Informationen aus ihrem Arbeitsbereich weiterzugeben.

Der Verfassungsschutzverbund hat sich diesem chinesischen Treiben intensiv angenommen, potenzielle Opfer identifiziert und Sensibilisierungsmaßnahmen gestartet. Ebenso wurden die erkannten Fake-Profile veröffentlicht, welche schließlich aus dem Netz verschwanden. Trotzdem ist davon auszugehen, dass weitere, bislang noch nicht bekannte Fake-Profile existieren und die Chinesen an diesen Machenschaften festhalten.

Wer entsprechend kontaktiert wurde oder wem bestimmte Kontaktanfragen verdächtig vorkommen, kann sich an den Verfassungsschutz Brandenburg wenden:

E-Mail-Adresse: info@verfassungsschutz-brandenburg.de

Rufnummer: 0331 866-2500


eingestellt am 18.04.2018