Rechtsextremist leitet Bauausschuss in Werneuchen

Seit Juli 2019 wird der „Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Ordnung der Stadt Werneuchen“ (BAR) vom rechtsextremistischen Musiker Andy Habermann geleitet. Habermann zog bei der diesjährigen Kommunalwahl für die AfD erstmalig in die Stadtverordnetenversammlung Werneuchens ein und übernahm umgehend den Vorsitz des Ausschusses.

Neben der Lokalpolitik ist Habermann jedoch in erster Linie in der Musikerbranche aktiv. So ist er Sänger der rechtsextremistischen Band „Wutbürger“, die beispielsweise am 30.05.2019 auf einem letztlich von der Polizei untersagten Konzert der rechtsextremistischen Szene in Zehdenick auftreten sollte. Dem brandenburgischen Verfassungsschutz liegen hierzu jedoch Erkenntnisse vor, dass das Konzert trotz des Verbotes im privaten Rahmen stattgefunden hat.

Darüber hinaus bekennt sich die Band offen zum Nationalsozialismus. In einem ihrer Musikvideos ist deutlich zu sehen, dass der Gitarrist die Worte „Blut“ und „Ehre“ auf seinem Unterarm tätowiert hat. Die Parole „Blut und Ehre“ war im Dritten Reich die offizielle Losung der Hitlerjugend, weshalb die Phrase – trotz ihrer Strafbarkeit – in der rechtsextremistischen Szene Deutschlands sehr hohe Beliebtheit genießt.

Auch die Kleidung der Bandmitglieder belegt die Verbindung zum Rechtsextremismus. So zeigt sich Habermann auf dem Facebook-Profil der „Wutbürger“ mit entsprechender Szenebekleidung. Darüber hinaus ist Habermann auch auf anderen Social-Media-Plattformen aktiv. Bei Twitter rief er zum Beispiel am 29. Juli 2019 – kurz nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des Bauausschusses – dazu auf, die „Spaltung [der Patrioten] in viele verschiedene Lager“ zu überwinden. Diesem zu vereinenden „patriotischen Lager“ rechnet Habermann in seinem Beitrag explizit auch die rechtsextremistische „Identitäre Bewegung“ zu.

An der Gesamtschau der Erkenntnisse wird deutlich, dass sowohl die Musikband „Wutbürger“ als auch deren Sänger, Andy Habermann, der rechtsextremistischen Szene zugerechnet werden können. Diese Feststellung belegt zugleich einmal mehr den Umstand, dass in Teilen der brandenburgischen AfD auch Rechtsextremisten eine politische Heimat gefunden haben. Das ist einer der Gründe, warum der brandenburgische Verfassungsschutz die beiden Teilorganisationen „Der Flügel“ und die „Junge Alternative“ als Verdachtsfälle einstuft.

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eingestellt am 20.11.2019