Verfassungsschutz macht Schule

Ausstellungs- und Schulraum eröffnet

Die Unterrichtsstunde war längst vorbei und dennoch blieben die Schüler des Evangelischen Gymnasiums aus Hermannswerder sitzen. Sie waren die ersten Gäste im neuen Ausstellungs- und Schulraum des Verfassungsschutzes Brandenburg und hatten soeben einen Vortrag über extremistische Musik gehört. Nicht alle Schüler stimmten dem Referenten zu, dass diese Musik verfassungsfeindlich sei. Als dann Musikstücke vorgespielt wurden, nahmen sie ihn entsprechend in die Mangel. Genauso offen und kontrovers diskutierten sie auch Legitimation und Tätigkeit eines Inlandsnachrichtendienstes. Als dann der Leiter des Referats für Öffentlichkeitsarbeit, Helmut Müller-Enbergs, mit ein paar abschließenden Worten die Veranstaltung beendete, sah man den jungen Leuten an, dass für sie das Thema noch lange nicht zuende diskutiert war. Sie würden viele Anregungen und weiterführende Fragen mit nach Hause nehmen.

Neue Dimensionen der Öffentlichkeitsarbeit

Ein gelungener Start also für den Ausstellungs- und Schulraum, den das Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes Brandenburg am 28. September im Beisein eines Kamerateams vom RBB und verschiedener Pressevertreter einweihte. Hier sollen fortan Schulklassen, Lehrerkollegien, Vertreter von Interessenverbänden und viele mehr zu Gast sein. Die Themenpalette ist breit und reicht von einer Darstellung verschiedener Spielarten des Extremismus bis hin zu den rechtsstaatlichen Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Eine telefonische Anmeldung ist unter 0331 8662500 möglich.

Im Herzen des Verfassungsschutzes

Dr. Gisela Rüß, Leiterin der Geschäftsstelle des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit hob in ihrem Grußwort hervor, dass Informationsarbeit gegen Verfassungsfeindlichkeit bereits seit Jahren zur Aufgabe der Landesbehörden gehöre. Dieses zusätzliche Angebot sei als Verstärkung des bisherigen Einsatzes zu begrüßen. Helmut Müller-Enbergs betonte besonders die neue Qualität der Öffentlichkeitsarbeit. „Sie befinden sich hier im Herzen des Verfassungsschutzes Brandenburg,“ sagte er den Schülern. „Über Ihnen, unter Ihnen und zu jeder Seite werden Informationen gewonnen, verwaltet und ausgewertet.“ Doch von übertriebenen Respekt seitens der 17jährigen war nichts zu spüren. Im Gegenteil: die lockere und unkomplizierte Art des Referenten ließ keine Hemmungen aufkommen, auch angebliche Tabuthemen anzusprechen. Nicht zuletzt deswegen äußerten einige Schüler den Wunsch, bei Gelegenheit wiederzukommen.

Hilfe vom Geheimdienst (Tagesspiegel)
Unterricht beim Geheimdienst (Lausitzer Rundschau)
Klassenzimmer beim Nachrichtendienst (Potsdamer Neueste Nachrichten)