Merkwürdige Anfragen aus dem Irak

Brandenburg ist reich an landschaftlichen Schönheiten und sehenswerten Zeugnissen der Baukunst, der Geschichte und der Technik. Darum lockt es Touristen von überall hierher. Sie sind im Lande hochwillkommen. Weltoffen, aufgeschlossen für Fremde und Fremdes - so soll sich Brandenburg zeigen.

Einige wenige Touristikinteressenten haben möglicherweise aber nicht nur gute Absichten. Seit einiger Zeit werden in Brandenburg - wie auch in anderen Bundesländern - Anfragen von Privatleuten aus dem Irak bekannt, die stutzig machen.

Keine Beweise, aber ein Verdacht

Die schriftlichen Bitten um detaillierte Auskünfte beziehen sich auf bekannte Sehenswürdigkeiten, aber auch auf Landschafts- und Stadtpläne, selbst auf Infrastruktureinrichtungen, die nicht unbedingt in herkömmlichen Besichtigungsprogrammen vorgesehen sind. Was z. B. macht eine Müllverbrennungsanlage für einen Touristen so interessant?

Gewiss, es könnten Architekturstudenten oder angehende Wirtschaftsfachleute sein, die solche Anfragen stellen. Oder sind es vielleicht doch Leute, die im Auftrag irakischer Nachrichtendienste solche Informationen wünschen?

Beweise für gezielte Ausspähungsversuche gibt es nicht. Aber der Verdacht ist da.

Prüfung mit Augenmaß

In verschiedenen Bundesländern hat der Verfassungsschutz diese Verdachtsmomente aufgegriffen und für eine angemessene Sensibilisierung betroffener Stellen gesorgt. In Brandenburg wurden auf Veranlassung des Innenministeriums bereits vor rund zwei Monaten Touristikeinrichtungen und -verbände auf die Problematik aufmerksam gemacht.

Jetzt ist durch Presseanfragen auch in der breiten Öffentlichkeit Interesse an diesen Vorgängen geweckt worden. Für Aufgeregtheit ist kein Anlass. Es gibt bisher nicht einmal den Hauch eines Beweises dafür, dass vom Irak aus etwa Anschläge gegen Einrichtungen in Brandenburg geplant würden. Das wäre nach Lage der Dinge auch ganz unwahrscheinlich.

Aber Umsicht ist nie von Schaden. Damit die Sicherheitsbehörden alle Eventualitäten analysieren und abwägen können, sollten ihnen auffällige Anfragen aus dem Irak gemeldet werden. Das Innenministerium ist dafür die passende Adresse.