Verfassungsschutz-Chef erläutert Hintergründe

Journalistentreffen im Behördenalltag

Das Thema des Pressegesprächs heißt "Terrorismus". Den Journalisten der "New York Times" interessieren vor allem Probleme beim Aufspüren von Attentätern und das durch den Irak-Krieg für Deutschland erwachsende Gefahrenpotenzial. Wird die Proliferation unter Umständen auch Terroristen bewaffnen helfen?
 
Auf dem Tisch stehen Kaffeetassen und Mikrofone. Gespräche mit Journalisten gehören für den Chef des Brandenburger Verfassungsschutzes, Heiner Wegesin, zum Alltag. Meist stellt man ihm konkrete Fragen zu gerade aktuellen Themen des politischen Zeitgeschehens und deren Bedeutung für Brandenburg. Häufig sind auch Hintergrundinformationen gewünscht und werden in der Regel gegeben - "unter 3". In der Behördensprache ist diese Kategorie vergleichbar mit "nur für den Dienstgebrauch". Die Journalisten verstehen richtig: nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Und sie halten sich daran.

Offenheit - Markenzeichen des zeitgemäßen Verfassungsschutzes

"Das Interesse an der Arbeit unseres Nachrichtendienstes ist groß", sagt Heiner Wegesin. Die Offenheit gegenüber Presseleuten hat sich bisher als richtig erwiesen. Als langjähriger Nachrichtendienstler verfügt er über Erfahrung und Menschenkenntnis.

"Wenn wir Partner gewinnen wollen, die für Demokratie werben, die über extremistische Gefahren aufklären, müssen wir sie so umfassend wie möglich informieren." Dann sind Zahlen, Strukturen und Tendenzen  wichtig, mehr aber noch Fragen danach, warum junge Menschen Hetzparolen aufgreifen und falschen Vorbildern folgen.

Informationen gegen Klischees

Heiner Wegesin gibt seine Interviews mühelos auch in Englisch. CNN und BBC saßen schon bei ihm am Tisch. Dänische und deutsche Fernsehsender, Medien aus allen Teilen der Bundesrepublik bitten um Termine. Das Bild Brandenburgs erscheint aus der Ferne manchmal etwas verzerrt, als seien Hass und Gewalt die prägenden Kennzeichen des märkischen Alltags. Offene und umfassende Informationen helfen, solche Klischees abzubauen.

Besonders häufige und wichtige Partner sind natürlich die regionalen Presseleute. "Es hat sich herumgesprochen, dass unser anscheinend so geheimer Nachrichtendienst durchaus den Dialog sucht", so Heiner Wegesin. "Pressearbeit ist ein wichtiger Teil der Prävention."