Prävention muss man lernen

Verfassungsschützer nutzte Seminarangebot

Wie geht man miteinander um, wenn die Emotionen eskalieren und Gewalt droht? Diese Frage beschäftigt Lehrer, Polizisten und Sozialarbeiter beinahe täglich. Sie war deshalb Thema eines jetzt zu Ende gegangenen Weiterbildungskurses an der Fachhochschule Potsdam, der sich speziell an die genannten Berufsgruppen richtete.

Unter den Teilnehmern saß auch ein Mitarbeiter des brandenburgischen Verfassungsschutzes. Michael Hüllen aus dem Referat Grundsatzfragen und Öffentlichkeitsarbeit hat sich um diesen Platz bemüht. Warum? "Wenn die Arbeit des Verfassungsschutzes anfängt, ist bereits etwas schief gelaufen. Dann gibt es schon Gewalt, in Worten, oft genug in Taten. Ich wollte wissen, wie Gewalt entsteht. Was passiert im Kopf, wenn die Fäuste sich ballen."

Kooperation auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit

Sein Wissen aus dem Kurs wird er anwenden, wenn er wieder in Schulen, Jugendzentren und anderen Einrichtungen des Landes Vorträge hält. Oft genug werden ihm in der anschließenden Diskussion Konflikte geschildert: Gewalttätigkeiten zwischen Gruppen, die sich als "Rechte" oder als "Linke" empfinden, Machtkämpfe zwischen den Alteingesessenen und den "Neuen", woher diese auch kommen mögen. Dazwischen Musik und Symbole, die zum Hass aufrufen. Und immer wieder die Frage von Eltern und Erziehern: Was können wir tun?

Die enge Kooperation zwischen allen Partnern, die auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit arbeiten, war ein erklärtes Ziel des Kurses. Denn beim Kampf gegen Extremismus und Gewalt wird in Brandenburg besonderes Gewicht nicht nur auf die Strafverfolgung, sondern auch auf die Prävention gelegt.

Verfassungsschutz als Partner bei Präventionsprojekten

Zu den Behörden, die sich als Partner bei Präventionsprojekten verstehen, gehört der Verfassungsschutz. Mehrmals im Monat informieren seine Mitarbeiter bei Fortbildungsveranstaltungen und auf Diskussionsforen über die Gefahren, die der Demokratie durch Extremismus und Gewalt drohen. So nützlich diese Sachinformationen auch sind, die Teilnehmer verlangen oft auch Empfehlungen für den Alltag. Sie wollen wissen, wie sie selbst die Probleme anpacken können. Prävention aber muss man lernen.

Michael Hüllen ist sicher: "Ratschläge fallen mir jetzt leichter." Er hat viel gehört, was er weitervermitteln kann. Während eines Projekttages an einer Schule in Prenzlau merkte er an sich bereits einen "geschulteren Blick" auf die  Problemlagen.

Auch den Kontakt zu den anderen Kursteilnehmern will er nicht abreißen lassen. In einer künftigen amtsübergreifenden Zusammenarbeit sieht er ein weiteres Ergebnis des Seminars.

Über den Verlauf des Weiterbildungsseminars - das für einen neuen Teilnehmerkreis nochmals anläuft - berichtet im einzelnen die unten angegebene Pressemitteilung.

Innere Sicherheit auf neuen Wegen
Pressemitteilung des brandenburgischen Innenministeriums