Erneut rechtsextremistische CDs beschlagnahmt

Indizierung wird vorbereitet

Als Polizeibeamte bei einem Einsatz in Golßen (Landkreis Dahme-Spree) mehrere CDs mit rassistischem Inhalt beschlagnahmten, fanden sie auf den Covers einschlägig bekannte Namen. Zum einen waren das die "Angry Aryans". Diese amerikanische Band "zorniger Arier" hat sich mit ihren hasserfüllten Songs auch in Brandenburg in extremistischen Kreisen einen Namen gemacht. CDs wie "Racially Motivated Violence" oder "To White For You" werden in der Szene gern gehört. Die CDs der Band werden von einem Szenehändler in Niedersachsen vertrieben und fanden über einen Großabnehmer auch in Brandenburg regen Absatz.

Die US-amerikanischen Musiker der anderen beschlagnahmten CD, die jetzt unter dem Namen "Chaos 88" auftreten, sind durch Konzertauftritte in Deutschland und durch in der Szene kursierende Lieder bekannt.

Hoffnung auf "eine Welt unterm Hakenkreuz"

Allein mit ihrem Namen bekennt sich die Gruppe "Chaos 88" zu ihrer Gesinnung: Die Ziffern acht und acht verweisen auf den achten Buchstaben des Alphabets und sind ein Kürzel für den nationalsozialistischen und in Deutschland verboteten Gruß "Heil Hitler".

In einer Szenezeitung gibt "Chaos 88" offen zu: "Wir sind stolz, dass solche Musik, wie wir sie machen, in Deutschland zensiert wurde! Wir erhoffen das Entstehen eines Nationalsozialistischen Staates in Deutschland, in dem dann die Musik der roten Verräter verboten wird!!!" Die Band-Mitglieder bekennen, dass sie "eine Welt unter dem Hakenkreuz" ersehnen.

Szenemusik als Einstiegsdroge

Bei bundesweiten Razzien werden regelmäßig CDs mit strafrechtlich relevanten Inhalten sicher gestellt. Rechtsextremistische Skinheadmusik gilt seit langem als gefährliche Einstiegsdroge in die Szene. Zugleich stärkt sie nachhaltig die emotionale Identifikation mit Hass und Gewalt. Vom Verfassungsschutz werden im Bundesgebiet derzeit etwa 120 rechtsextremistische Bands beobachtet. Die Erkenntnisse tragen immer wieder mit dazu bei, dass entsprechende CDs zur Indizierung an die zuständige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften weitergeleitet werden.

Die beiden jüngst beschlagnahmten CDs werden vom brandenburgischen LKA nun mit gutem Grund ebenfalls zur Indizierung vorgeschlagen. Über Einzelheiten hierzu informiert die unten angegebene Pressemitteilung.

LKA veranlasst weitere Indizierung von CDs
Pressemitteilung des brandenburgischen Innenministeriums