NPD-Kreisvorsitzender verbrennt USA-Fahne in Neuruppin

Schon wieder gingen Rechtsextremisten auf die Straße, um gegen die USA zu hetzen. Dieses Mal demonstrierten knapp 100 Anhänger der "Nationaldemokratischen Partei Deutschlands" (NPD) in  Neuruppin. Ihr Aufzug stand unter dem Motto "Schluss mit der Kriegstreiberei, Frieden schaffen ohne Waffen". Immer wieder  skandierten sie antiamerikanische Parolen. Der Anmelder, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes, verbrannte unter dem Beifall der Demonstranten öffentlich eine USA-Fahne.
Auch diese Demonstration war zunächst untersagt worden, doch hatte das Verbot vor den zuständigen Gerichten keinen Bestand.

Offizieller Veranstalter der Demonstration war eine "Aktionsgemeinschaft für Frieden und Selbstbestimmung" (AGFS). Sie präsentierte sich als angeblich "parteiübergreifende" Initiative, die sich an alle Neuruppiner wende. Tatsächlich stand bloß der NPD-Kreisverband Prignitz-Ruppin hinter ihr. Angekündigt war eine – von vornherein irreale – Zahl von rund 4.000 Demonstranten. Aber dem Aufruf folgten nur NPD-Mitglieder und ein paar sonstige Rechtsextremisten. Die Bevölkerung von Neuruppin machte aus ihrem Unverständnis für die Rechtsextremisten keinen Hehl. Das Motto der Veranstaltung ließ, für sich genommen, noch nicht erkennen, welchem Teil des politischen Spektrums die Demonstration zuzurechnen war. Absichtlich sollte es Losungen der "linken" Friedensbewegung anklingen lassen. Und nicht zufällig ermunterte ein Redner in Neuruppin seine Zuhörer, sich am nächsten Tag an einer von "linken" Kräften getragenen Friedensdemonstration in Potsdam zu beteiligen. Haben Rechtsextremisten Aussicht auf Erfolg, wenn sie im Zeichen des Anti-Amerikanismus einen Brückenschlag nach "ganz weit links" versuchen? Finden sie dort Sympathien, wenn sie - so in Neuruppin - Parolen skandieren wie "USA - internationale Völkermordzentrale" oder "Solidarität mit Palästina"? Kaum. Auch in Neuruppin versuchten "linke" Gegner, als Störer in den in den Aufzug einzudringen und ihn zum Halten zu zwingen. Starke Polizeikräfte hinderten sie daran. Der NPD-Kreisvorsitzende, der mit dem Verbrennen der USA-Fahne ein unübersehbares Zeichen setzen wollte, hatte übrigens auch den Gedenkmarsch am 18. August in Wittstock zu Ehren des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß organisiert und angeführt (mehr dazu im angebotenen Download Neonazis feiern Rudolf Heß auch im Jahr 2001).