Erster Anschlag der linksextremistischen "militanten gruppe" in Brandenburg

Wieder hat die "militante gruppe" (mg) zugeschlagen. Dieses Mal traf es eine Niederlassung des DaimlerChrysler-Konzerns in Großziethen (Kreis Dahme-Spreewald). Unbekannte zerstörten am frühen Morgen auf dem Gelände eines Autohauses einen PKW - er brannte völlig aus. Drei weitere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Die Täter hinterließen ein zweiseitiges Selbstbezichtigungsschreiben. In ihm erklärt die mg, welche Absichten sie mit diesem Brandanschlag verfolgt.

Anschlag galt Bush-Besuch

Die mg stellt ihre kriminelle Aktion in einen  Zusammenhang mit dem bevorstehenden Deutschlandbesuch des amerikanischen Präsidenten George Bush vom 21. bis 23. Mai. Sie verunglimpft Bush als "Kriegstreiber".  Sich selber bezeichnet sie als Teil des Widerstandes gegen den Bush-Besuch.

Militanz unter dem Zeichen des roten Sterns

Zwar handelt es sich um den ersten Anschlag der "militanten gruppe" in Brandenburg. Aber die mg ist den Sicherheitsbehörden keineswegs unbekannt. Denn unter wechselnden Aktionsbezeichnungen beging diese Gruppierung schon während der 90er Jahre in Berlin Brandanschläge und Sachbeschädigungen. Seit dem letzten Jahr hat sie sich nun die Bezeichnung "militante gruppe" (mg) zugelegt. Ihr "Markenzeichen" ist der rote Stern.

Im Juni 2001 verschickte sie an Vertreter der Stiftungsinitiative zur Zwangsarbeiterentschädigung Drohbriefe mit scharfen Patronen. Noch im gleichen Monat bekannte sie sich zu einem Brandanschlag auf eine Berliner DaimlerChrysler-Niederlassung. Zuletzt bekam der Sozialstadtrat von Berlin-Reinickendorf Anfang Februar 2002 einen Drohbrief mit scharfer Patrone und einem Messer zugeschickt. Kurz zuvor hatten Unbekannte einen Brandanschlag auf das Reinickendorfer Sozialamt verübt.

Option: Gezielte Angriffe auf Personen

Im vergangenen Jahr griff die mg in die Diskussion der autonomen Szene um den Einsatz von Gewalt ein. In der Berliner Szenezeitschrift "INTERIM" (Nr. 537) signalisierte die mg in einer sechsseitigen Positionsbestimmung, dass sie zur Steigerung militanter Aktionen bereit sei. Auch Anschläge auf Personen rechtfertigte sie.

Entsprechend droht die mg in einer Taterklärung von 2001: "Es bleibt die alte Tatsache: hinter den anonymen Konzernfassaden stehen konkret definierbare AkteurInnen; SIE sind von uns zu treffen!"

Mittlerweile hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen gegen die mg übernommen, da es sich mutmaßlich um eine terroristische Vereinigung handelt.